Tag 14 der Ausgangssperre

Wer nicht hören will muss zahlen- es gibt keine Gnade für „unbeabsichtigte Übertretung“ der strengen Regelungen. 135€ kostet es die Regeln der Ausgangssperre zu überschreiten- beim ersten Mal. 200- 1500€ beim zweiten Mal und dann folgt 6 Monate Haft und 3750€ bei Folgeverstößen. In unserem Quartier hat der französische Staat schon einige Euronen verdient. Da war der nette Herr mit Hut,Robert, der den Hut immer lüftet, wenn er mich mit nettem „Bonjour Madame!“ bei der Hunderunde grüßt. Er wurde gestern belangt und musste 135€ zahlen. Er war mit seinem Hund draußen und wurde dabei von den Gendarmen angehalten. Sie schauten sich die Attestation an und recherchierten die angegebene Adresse bei Googlemaps. Dabei stellten sie fest, dass Robert den festgelegten Radius von 1km um die eigene Wohnung um 200m überschritten hatte und verpassten ihm ein Ticket. Robert ist sehr korrekt und berichtete mir hinterher ganz aufgeregt und geschockt, dass er nun zum ersten Mal im Leben im „System“ sei und macht sich große Sorgen, wie es laufen wird, wenn ihm wieder so ein Fauxpas passiert. Und in Saarbrücken- da gehen die Uhren anders. 
Eine Freundin hat mich gestern darüber unterrichtet, dass französische Kennzeichen auf deutschen Supermarktparkplätzen notiert werden und den Besitzern ein Platzverweis erteilt werden würde. Mit einem guten Freund habe ich dann recherchiert und siehe da: Wenn Sascha arbeitet, darf er zwar die Grenze übertreten, aber in Deutschland nicht noch ein paar Sachen einkaufen. Nicht mit Maske, nicht mit Sicherheitsabstand- gar nicht. Ach ja, arbeiten darf er für die deutsche Wirtschaft- aber einkaufen? Nein, das geht nicht. Wir stehen seit Jahren auf der Liste, die das Auswärtige Amt für Auslandsdeutsche für Krisenfälle angelegt hat. Noch nicht mal eine kurze Nachricht, wie das mit dem „Heimkehrrecht“ im Zweifelsfall ist. Immerhin wird es durch die EU-Menschenrechtskonvention garantiert. Wir würden es nicht in Anspruch nehmen wollen- nein, unsere neue Heimat ist hier. Da ändert Corona nichts dran. Aber der Gedanke schießt durch den Kopf, dass ich nicht über die Grenze kommen würde, wenn jemandem aus meiner Familie oder einem unserer Freunde auf deutscher Seite etwas passieren würde. Schreckliche Vorstellung. 
Also ihr da drüben und natürlich ihr hier in Frankreich: Passt gut auf euch auf! Grüße aus Sarreguemines!

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