Tag 25 der Ausgangssperre

Gerade meldet BFMTV, dass Macron erwägt das Schengen-Abkommen bis September außer Kraft zu setzen. Gestern gab es in den Medien Berichte, dass Vermieter Touristen auf die Insel Sylt schmuggeln.

Ich habe lange überlegt, ob ich mich zu dem Thema- was man kann oder was man darf, äußere. Nachdem ich während der letzten Tage einige Nachrichten erhalten habe, in denen mich Freunde fragen, ob man „wirklich“ nicht rüberkommt, nun ein kurzes Wort dazu. Man muss da zwischen verschiedenen Standpunkten unterscheiden. Da wäre der Standpunkt, den Sascha und ich haben- der heißt „Wir bleiben zuhause. Ansteckung und Weitergabe des Virus so gut es geht vermeiden“. Das bedeutet, wir beugen uns zähneknirschend den erlassenen Vorschriften und halten uns an die Empfehlungen möglichst zuhause zu bleiben. D.h. wir benutzen im Homeoffice und in der Kurzarbeit nicht unsere Erlaubnisscheine, um nach Deutschland zu kommen. Die beschränken sich nämlich auf die Fahrt zur Arbeit und zurück. Nach den Berichten und Erfahrungen einiger unserer französischen Freunde sind wir im Moment nicht gerade scharf darauf, nach Deutschland zu fahren- abgesehen vom arbeiten. Es gab in Saarbrücken und Umgebung in den letzten Tagen einige Übergriffe auf Autos mit französischen Kennzeichen. Nicht umsonst hat die saarländische Ministerin Rehlinger versucht, sich bei Franzosen für die Vorkommnisse entlang der Grenze zu entschuldigen. Die Übergriffe sind Fakt. Also wir fahren beide Autos mit französischen Kennzeichen und brauchen nicht noch eine zusätzliche Beule an den Wagen. Es muss nicht passieren- aber es könnte passieren.

Da gibt es diejenigen, die sagen „Ok- ich kann auch rüberfahren, ich hab ja meine GrenzübertrittsErlaubnis für die Arbeit. Egal, ob ich arbeite oder nicht. An der Grenze wird wenig kontrolliert- ich fahre über die Grenze so oft ich will. Ich hab noch keine Angriffe erlebt und werde das auch weiter so machen.“ Man bewegt sich dabei in einer Grauzone, die bei einer intensiven Kontrolle der Grenzbehörden zum eigenen Nachteil gereichen kann. Wass 99 mal klappt, kann beim 100x schief gehen- gerade jetzt, wo die Franzosen intensive Kontrollen angekündigt haben. Wo ist aber da der Gedanke an die Weitergabe des Virus? AnsteckungsRisiko auf Kosten eines günstigen Einkaufs in Deutschland? Zugegebenermaßen verstehe ich, dass es schwer ist die Lage nicht zu nutzen- gerade wenn man Verwandte direkt auf der anderen Seite der Grenze hat. Die Frage stellt sich also: Darf ich etwas tun, weil es gerade möglich ist bzw weil ich es gerade tun kann. 

Wir positionieren uns ganz klar: Wir bleiben zuhause. Unser Zuhause ist Frankreich. Wir respektieren die deutsche Grenzschließung und bleiben, wenn es nicht dem Arbeiten dient, in Sarreguemines. Wir leben hier in einem hoch entwickeltem Land, das uns zu versorgen weiß. Immerhin heißt es nicht umsonst: Leben wie Gott in Frankreich- ok- momentan ein eingesperrter Gott in Frankreich. Wir werden es überleben, wenn die Eier gerade mal aus sind oder das Backpulver fehlt. Wenn von 100 Artikeln im CoraDrive 30 Artikel aus sind. Wir freuen uns über CarePakete von unseren Freunden, die uns deutsche Leckereien schicken. Das Einzige was mir wirklich fehlt sind Zitronenkekse- softbaked😉…. und die Freizügigkeit und die lieben Menschen, die ich sonst in Deutschland um mich herum habe. Die fehlen mir sehr. Aber glaubt mir- wir werden eine deutsch- französische Party machen, wenn dieser ganze Mist vorbei ist- und dann werden wir wissen, was wirklich wichtig ist und war. ❤️Habt einen schönen Samstag in Deutschland wie in Frankreich!❤️

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