Zaungeschichten.com im TV

Liebe Leser meiner Blogs, die Zaungeschichten sind wieder da. Der saarländische Rundfunk ist auf meinen Blog aufmerksam geworden und hat für seine Zuschauer und euch, meine lieben Leser, einen Bericht über die realen Zaungeschichten gedreht. Zu sehen am Montag, 18.50 Uhr im dritten Programm des Saarländischen Rundfunks. Ich werde am Montagabend den Bericht hier und auf www.zaungeschichten.com verlinken und dann seht ihr unsere Straße, meinen lieben Nachbarn und natürlich Sascha und mich. Viel Spaß dabei! Die Pfälzer unter euch und diejenigen, die ganz woanders zuhause sind, können den Bericht natürlich in der Mediathek des Saarländischen Rundfunks anschauen.  

Hier kommt schonmal die Ankündigung des Saarländischen Rundfunks auf „Wir im Saarland- Grenzenlos“

https://www.sr.de/sr/fernsehen/sendungen_a_-_z/uebersicht/wims_grenzenlos/index.html

Woche 4 der Dekonfinementierung

Nun sind wir seit Dienstag weitgehend bewegungsfrei- zumindest in Frankreich.Dass die jungen Leute nach der langen Zeit des Confinement die erlösende Freiheit vermissen, hat sich am Samstagabend schon angedeutet. Die erste Party unter freiem Himmel wurde gefeiert bis um 5:00 Uhr morgens. Ich lag im Bett und erinnerte mich an meine eigenen wilden Zeiten. Mann, ich werde alt.Wir haben am Pfingstwochenende Ausflüge in die nähere Umgebung unternommen, und uns langsam wieder daran gewöhnt, dass wir keine ausgangsbeschränkende Vogelflugzone mehr haben würden. Die 100 km Luftlinie, war bei uns sehr gut ein zu halten. Sie reichte bis nach Straßburg, sie führte uns -wie einige andere- ins Bitcherland und das angrenzende Elsass. Eine interessante Entdeckung haben wir in einem kleinen Kaff (entschuldigt bitte die Ausdrucksweise) namens Jägerthal gemacht. Oberhalb dieses MiniDorfs liegt die imposante Festung Windstein, eingangs Jägertals fanden wir die in Ruinen liegende Gründungsstätte der Firma DeDietrich. Durch diese Ruinen zu gehen, die symbolisch für die Eisenverhüttung stehen und die Geburtsstätte eines Weltkonzerns sind, war etwas ganz besonderes.

Nachdem wir den Heimweg über Reichshoffen und Bitch gemeistert hatten, musste ich natürlich zu Hause angekommen noch mal über diese Schmiede lesen. Es hat mich sehr überrascht, als ich im Internet eine Quelle fand, die die Schmiede dieser Weltfirma mit dem für mich größten deutschen Dichter überhaupt in Verbindung brachte. Goethe war dort und es wird vermutet, dass eine Szene des Faust auf genau diesen Besuch Goethes zurückgeht. Das war schon ein cooles Gefühl. Das Elsass hat überhaupt sehr viel zu bieten und man vergisst regelrecht, dass das Gute so nah liegt. Für unsere Lichtmalerei können wir uns fast keine schönere Umgebung denken. Der Alsace ist dünn besiedelt und von einem so dichten Wald bewachsen, dort mangelt es nicht an Dunkelheit in der Nacht.

Es herrschte eine seltsame Stimmung als wir so durch die Gegend fuhren, keine deutschen Autos auf der Straße, keine deutschen Urlauber am Hanauer Weiher und keine deutschen Touristen auf den Terrassen der Cafés. Sie waren alle noch geschlossen und vor dem ein oder anderen standen Leute, die insgeheim wohl gehofft hatten, dass sie geöffnete Restaurants vorfinden würden- der die vor der Tür geduldig warteten bis sie ihre bestellten Essen abholen konnten. Fast jedes Restaurant bietet einen Abholservice an- eine Entwicklung, die im Confinement ihren Anfang fand. Etwas verwirrend wird das alles als DRIVE bezeichnet, aber das ist egal und eine Kuriosität der „Einfranzösiserung“ von englischen Begriffen. Fakt ist, es half den Gastronomen zu überleben. Seit Dienstag hat die Gastronomie wieder geöffnet und die Franzosen, wie auch wir, freuen uns sehr darüber, dass es wieder einen Schritt voran geht.

Uns ist bewusst: So werden wir diese Gegend hier nie wieder erleben, so still, so schön. Deswegen haben wir die Woche intensiv genutzt. Nicht nur ins Elsass zog es uns, wir waren auch unterwegs ins Lothringer Seenland. Vorbei am Mittersheimer Weiher (leider noch wegen Renovierungsarbeiten an der Strandpromenade gesperrt) über Rhodes am Stockweiher bis hin zum Etang de Lindre, dem wunderbaren Naturschutzgebiet, das mit besonderen Attraktionen auf uns wartete. Störche in vollbelegten Nestern, es war so wunderbar. Schwalben, wohin das Auge reichte. Die Natur zeigte sich in ihrer ganzen Pracht. Sogar ein Kranich war zu sehen.

Der Saar- Kohle- Kanal- Radweg ist jedem von euch zu empfehlen- ganz flach, vorbei an Feldern und Dörfern ist er auch ohne E-Bike gut zu fahren und ist eines der Highlights der Region. Wir haben so viel fotografiert, uns Sonnenbrand eingefangen und das schöne Wetter in vollen Zügen genossen. Auf Zaungeschichten wird es ab Montag eine neue „Seite“ geben, die sich mit Ausflugstipps 100km rund um Sarreguemines befasst- da seht ihr dann auch unsere Fotos.Gute Neuigkeiten gibt es von Melody- ihre Tochter hat endlich einen Flug nach Frankreich bekommen und trifft am 15. Juni auf dem Blauberg ein. Monsieur Jean, der Klavierspieler von gegenüber hat Dienstagabend ganz inbrünstig die Ode an die Freude von Beethoven gespielt- wie wenn er die wiedererlangte Freiheit begrüßen wollte.

Nicht nur für die Menschen scheint das Confinement vorüber. Wir haben einen neuen Mitbewohner- einen kleinen Igel, der uns jeden Abend zur gleichen Zeit besucht und sich sein Rührei schmecken lässt. Da bei mir jedes Tier ganz schnell einen Namen hat- Spinne Victor, Ella die Maus usw, brauchte der Igel natürlich auch einen Namen: angelehnt an den britischen Skispringer, der uns in den 80ern unterhielt, heißt der Igel jetzt Eddie- natürlich „de Igel“.

Sarreguemines hat seit letztem Wochenende einen neuen Bürgermeister. Bewegend war der Abschied des alten, der so viel für die Stadt getan hat. Mehr durch Zufall als gewollt, bin ich auf die Liveübertragung der Ratssitzung bei Facebook gestoßen und war geschockt, das so viele Persönlichkeiten des öffentlichen saargeminner Lebens betrauert wurden, die Covid 19 nicht überlebt haben. Unsere gute Louise ist eine der ganz wenigen, die es geschafft haben. Sie wird helfen, die Stadt noch ein Stück schöner zu machen.

Ich hoffe ihr hattet auch eine schöne Woche und wünsche euch ein schönes Wochenende.

Tag 54/55 der Ausgangssperre

Der letzte Tag.. noch 16 Stunden

Als mich vor ein paar Jahren ein Schüler fragte: „Frau Becker, wo wohnen sie eigentlich?“ Da erzählte ich ihm die Geschichte eines vergessenen Landes. Vom alten, weisen Kaiser Karl, der über ganz Europa herrschte und seinem Sohn Ludwig ein riesiges Reich hinterließ. Der vermochte es das Reich mit Güte zu regieren. Doch dann starb auch Ludwig- sein ältester Sohn Lothar sollte neuer Kaiser werden, doch damit waren die anderen beiden Söhne nicht einverstanden. Sie zankten sich unaufhörlich. In Verdun kam es zu einem Treffen, bei dem sie sich wieder vertragen sollten, aber es kam anders. Es kam zur Aufteilung des Reiches in das Frankenreich im Westen, das Heilige römische Reich im Osten und in der Mitte das Reich Lothars. Lothar wollte so immer schlichten können, wenn sich seine Brüder stritten. Die drei Teile waren ungefähr gleich groß, aber die beiden Brüder Lothars waren nicht zufrieden. Sie waren eifersüchtig und neidisch auf Lothar und so kam es, dass Krieg begann. Die Brüder entfremdeten sich völlig, sie wurden gar zu Feinden und es ging immer nur um Macht, die Königswürde, den Kaiser und immer auch um Lothars Land mit Kohle und Erz. Lothars Land war schwach geworden durch die vielen Kriege, Lothar längst vergessen. Frieden hatte keine Chance- so vererbte sich die Feindschaft zwischen den Ländern, der einstigen Brüder von Generation zu Generation. Es dauerte über 1000 Jahre bis endlich Frieden war zwischen den beiden Brüdern. Dauerhafter, guter Frieden. Aber manchmal gibt es heute noch Sticheleien zwischen den Ländern, der alten Brüder, Deutschland und Frankreich. Aber heute keiner denkt mehr daran Kriege zu führen- mitten in Europa. Und wo ich wohne, fragst du? Ich wohne im übrig gebliebenen Teil von Lothars Reich, in Lothringen- dort, wo so viele Kriege stattfanden, dort, wo so viele Menschen immer wieder ihre Heimat verloren. Mittlerweile gibt es keine Region mehr, die Lothringen heißt- wir sind alle GrandEst geworden. Nur wenige erinnern sich an das Lothringen von früher- aber die tapferen Menschen, die hier wohnen kennen ihre Geschichte und sie bleiben Lothringer- für immer. Und egal, ob wir Deutsche oder Franzosen sind, wir müssen uns gemeinsam immer wieder daran erinnern, dass wir alle eine europäische Familie sind, alle Kinder des großen Kaisers Karl.

Unser Confinement endet in 16 Stunden. Der Countdown läuft. Unsere ausgedruckten Attestationen verlieren heute Nacht ihren Sinn und wir werden wieder ein Stückchen freier. Vielen Dank, dass ihr all die Tage mitgelesen habt! Danke für die lieben Kommentare und die vielen aufmunternden Worte. Sie haben uns manchmal getragen durch diese sehr intensive Zeit. Mein Blog aus dem Confinement in Frankreich endet hier. Aber die Zaungeschichten gehen weiter- wenn ihr wollt. Mein Leben verlief immer irgendwie am Zaun, am Bretterzaun des Nachbarn, an der Grenze zu Deutschland oder am BlaubergZaun, von dem ich euch all die Tage berichtet habe. Und wenn ihr- während ihr wieder zu Cora oder wie sie alle heißen fahrt- mal kurz an Lothar und die Menschen hier denkt, dann würd’s mich freuen. Also haltet mir den europäischen Gedanken in Ehre- er sichert uns den Frieden.

Wenn Ihr Interesse an der gedruckten Form einer Auswahl der Geschichten habt, dann schreibt es in die Kommentare oder per PN an mich.

Bleibt gesund! Bis demnächst am Zaun!

Tag 44 der Ausgangssperre

🇨🇵 🇩🇪 Bei schönem Wetter fällt es mir besonders schwer bei der täglichen Hunderunde den 1 km Radius um unser Zuhause einzuhalten, darum ist nicht nur die Natur froh um den Regen da draußen. In unserem 1 KilometerBewegungsradius liegt, zwischen der Rue des Myosotis und der Rue de la Montagne das alte Hospital von Sarreguemines. Es thront über der Stadt mit all den Türmchen und Verzierungen wie ein verwunschenes Schloss, das längst in einen DornröschenSchlaf gefallen ist. Eines der schönsten Gebäude von Saargemünd.
Als wir hierher zogen, war es gerade „außer Betrieb“ gesetzt worden. Überall standen Kartons mit medizinischem Gerät, riesige Umzugswagen wurden gepackt, um die medizinische Ausrüstung zum neuen Krankenhaus Robert Pax zu bringen. Nach fast 140 Jahren hatte das alte Gebäude seinen Dienst erfüllt. Zunächst wurde es still um den beeindruckenden Jugendstilbau. Doch dann fassten die Eigentümer den Entschluss, das alte Krankenhaus weiter zu nutzen- zuerst fand eine Schulkantine ihren Platz darin, dann ein Service der Stadtverwaltung, der Hubschrauberlandeplatz wurde in Baugrundstücke umfunktioniert bis dann die Entscheidung fiel Wohneinheiten zu schaffen. Ich frage mich immer, wenn ich mit dem Hund dort vorbeigehe, wie es sich darin leben lässt. Hinter diesen dicken Mauern hat sich viel Leben ereignet, sind aber auch viele dramatische Sachen passiert- 1918 grassierte hier in Saargemünd die letzte Pandemie- die spanische Grippe. Der deutsche Schriftsteller Alfred Döblin war zu der Zeit hier Militärarzt. Das Krankenhaus war damals im Zentrum des Geschehens. Ich weiß nicht, ob ich darin Leben könnte- wahrscheinlich würde ich jede Nacht wach liegen.
Vor ein paar Jahren wollten wir mal „anders“ Silvester feiern. Wir waren wie so viele andere Saargeminner in der Neujahrsnacht zur alten Schlossruine über der Stadt gefahren, weil man von dort einen schönen Ausblick über Saargemünd hat. Kamera und Sekt in der Tasche, hatten wir frühzeitig einen guten Platz ergattert- vorne an der Mauer- schön deutsch- schon um 23.30 Uhr. Doch während wir warteten, zog der Nebel im Saartal herauf und nix war mehr mit unserer schönen Aussicht auf die Stadt mit dem tollen Feuerwerk. Wir warteten und warteten, doch die Sicht wurde immer schlechter, der Nebel immer dichter. Um 23.55 Uhr saßen wir wieder im Auto und wollten schnell nachhause, um dort gemeinsam auf das neue Jahr anzustoßen. Ich fuhr wie ein Henker, um rechtzeitig zuhause zu sein, aber dann kamen die 0 Uhr Nachrichten im Radio. Ich stoppte, wir wünschten uns noch im Auto ein frohes neues Jahr- da klopfte es an unser Autofenster. Ich habe mich noch nie so erschrocken. Da standen Julie und Erik, die Beiden wollten nur schnell von einer Party in der Stadt nachhause- sie hatten ihre Feuerwerkskörper zu hause vergessen. Sie hatten sich dabei aber -genauso wie wir- in der Zeit verschätzt und waren nun wie wir am alten, verlassenen Hospital gestrandet. Wir stiegen aus, wünschten uns ein „Bonne Année!“, ließen den Wagen stehen und schlenderten gemeinsam nachhause. Unterwegs trafen wir fast alle unsere Nachbarn auf der Straße, wir stießen zusammen an, verteilten unzählige Bises, die besonderen französischen Umarmungsküsse, und hatten eine der schönsten SilvesterStraßenParties meines Lebens.

Das Auto wollte ich am Neujahrstag abholen. Da stand gerade die Police bei meinem kleinen Flitzer vor dem alten Hospital und ich sah, dass ich im Halteverbot geparkt hatte. Mist, ein PV von 25€. Ich sprach die Polizisten an, wünschte ein Bonne annee und erklärte die Situation. Sie lachten und einer von ihnen nahm den PV von meiner Windschutzscheibe. Er meinte, das wären dann ja besondere Umstände gewesen und daher zu entschuldigen. Er lächelt bis heute, wenn er mich aus dem PoliceAuto heraus sieht- wie gestern wieder, mit Klara und Bragi- am alten Hospital.


Also passt gut auf wo ihr parkt 🙂 Bleibt gesund!

Tag 42 der Ausgangssperre

Und dann kommt diese Nachricht. Die Nachricht auf die wir jetzt schon einige Wochen warten. Eine Nachricht, über die wir uns sehr freuen. Unsere Nachbarin Louise ist auf dem Weg der Besserung. Zwischen all diesem CoronaWahnsinn, dem harten Confinement, der strengen Ausgangssperre -ein Lichtblick- und die Sicherheit, dass all diese Entbehrungen Sinn machen. Nach fast 4 Wochen künstlichen Koma am Beatmungsgerät , langsamem Aufwachen, kommt Luise nun endlich auf eine normale Station. Die lange Zeit mit COVID-19 wird sie ein Leben lang begleiten. Sie wird alles neu lernen müssen, sogar das Laufen. Stück für Stück wird sie zurückkommen ins Leben, zurückkommen in unsere Straße.

Als wir vorige Woche ein Auto der Stadtverwaltung in ihrer Einfahrt gesehen haben, fürchteten wir das Schlimmste. Wir wissen, dass nach dem Tod eines COVID-19 Patienten die Wohnungen desinfiziert und alle Sachen verbrannt werden. Wir bangten um Louise, ihr Bruder hatte wenig Hoffnung. Doch jetzt die Wende- es wird ein harter Weg zurück, aber sie ist zäh.

Als wir hierher gezogen sind, lebte Louises Mutter noch. Die alte Frau winkte mir oft aus dem Obergeschoss darüber, wenn ich an meinem Schreibtisch saß und arbeitete. Manchmal spät abends, wenn nur noch meine Schreibtischlampe bei uns brannte. Was ich erst spät erfahren habe, war die Tatsache, dass ich eine Leidenschaft mit dieser alten Frau teilte.. Sie liebte ihre Sprache, sie liebt ihr „Francique“. Sie war die erste, die ein Wörterbuch Französisch- Francique verfasste. Leider habe ich das zu spät erfahren- da war sie schon nicht mehr unter uns. Wir hätten uns sicher viel zu erzählen gehabt. Dieses Francique kann manchmal sehr lustig klingen, und in ihm werden auch manche Begriffe, die wir Deutsche kaum verwenden zu skurrilen Alltagsausdrücken geformt.

Er wohnt zwar nicht in unserer Straße, er wohnt auch nicht in unserem Quartier, aber trotzdem sehen wir ihn so oft an unserem Haus vorbeispazieren. Der skurrile CollieMann. Wir wissen nicht wie er heißt, wir kennen seinen silbernen Wagen, der behängt ist mit Wimpeln, beklebt mit CollieAufklebern.Es traf sich, dass wir gestern mit unseren Fellnasen vor der Haustür waren und der etwas verrückte CollieMann mitsamt Hunden vorbeischlenderte. Er blieb kurz stehen, erzählte zum hundertsten Mal, wo er den Rüden her hat . „Aus Deutschland!“, sagt er wieder ganz stolz. Er spricht oft sehr wirres Zeug. Ich verstehe nicht immer was er sagt, aber gestern musste ich mich schnell ins Haus flüchten, weil ich das Unheil nahen sah. Sascha hat den Ernst der Lage nicht ganz erfasst und blieb beim CollieMann stehen. Der nun, nahm die Schnauze seines Hundes in die Hand, zog den Armen nach oben über unseren Zaun und hielt so den ganzen Hund hoch. Der arme Collie wusste gar nicht wie ihm geschah und der CollieMann sagte zu Sascha: „Hot er ned kee scheenie Frotz? E scheenie eine Frotze hot er, odder?“ Sascha blieb wie angewurzelt stehen, die volle Wucht des Ausdrucks hatte ihn getroffen. Wahrscheinlich hoffte er, die Zeit müsse stehen bleiben, während er versuchte krampfhaft seine aus Lachen und Entsetzen zu unterdrücken. Aber der CollieMann sah ihn ganz ernst ihn an, ganz fragend nach dieser Fratze. Das Wort klang immer noch durch die Stille des Confinements. Sascha quetschte ein „Ja ja!“ heraus. Unser CollieMann war zufrieden und ging seiner Wege. Sascha war erlöst. Ich stand hinter dem Fenster und musste so lachen. Fratze habe ich in diesem Zusammenhang noch nie gehört. Und ich werde es in diesem Zusammenhang wohl auch nie wieder hören außer von Collie Mann. Louises Mutter hätte sich sicher für den Ausdruck interessiert. Er hätte sicher Einzug in ihr WörterBuch gehalten.

Also passt auf euch auf heute am mardi, dem da Nom menda un mache kenn schisse mit de Chose, die affichiert sin! Hallen eich dran.

Tag 41 der Ausgangssperre

Ihr kennt sie sicher, die ungewöhnlichen Begegnungen. Ein paar Häuser oberhalb von uns wohnt Monsieur Mueller. Er ist ein alter Mann- ich schätze ihn um die 80- und wohnt allein in einem kleinen Haus. Er schaute stets sehr mürrisch vor sich hin, grüßte kaum, sah mich im Vorbeigehen einfach nur an und ging weiter. Monsieur Mueller beobachtete mich aber auch immer aus seinem geöffneten Fenster, wenn ich mit dem Hund draußen war.

Er erinnert mich an meinen deutschen Großvater. Der war Bergmann und schaute immer ganz düster drein. Er hatte das Herz wohl am rechten Fleck, aber das hat man ihm nie angesehen. Ich kann mich noch genau daran erinnern, dass er im Gesicht immer schwarze Linien hatte, von der langen Arbeit unter Tage. Und wenn ich Monsieur Mueller sehe, dann denke ich oft an Großvater Walter. Zu Hause habe ich Fotos sortiert – was soll man sonst machen im Confinement- und dabei ist mir ein Foto in die Hand gefallen, auf dem Walter einmal lacht- Ottweiler Sommer 1980- meine Cousine Sabine, Opa und ich.

Ich weiß nicht was mich geritten hat. Aber als ich irgendwann im vorigen Jahr mit dem Hund draußen war, da kam Monsieur Mueller gerade aus der Tür. Wir stießen fast zusammen. Er schaute auf Bragi und fragte mich, wie der Hund denn hieße. Ich war so verdattert, dass ich ihm nur antworten konnte: „Nein, er heißt Bragi!“. Dann fragte mich Monsieur Mueller unverhofft, ob Bragi beißen würde. Und ich weiß nicht, warum ich es gesagt habe, aber ich antwortete ihm: „Nur alte Männer, die böse drein schauen!“. Ich hielt die Luft an, aber das war der Wendepunkt in unserer Beziehung. Zum ersten Mal sah ich Monsieur Mueller Lachen. Er beugte sich zu Bragi herunter und streichelte ihn. Er wünschte mir einen schönen Tag, hob den Hut und ging die Straße runter. Ich stand da- total perplex und überrascht.

Meine Großmutter sagte immer: „Man täuscht sich in nichts mehr als in den Menschen!“. Ich muss ganz ehrlich sagen, dass ich meine Meinung zu vielen Leuten schonmal ändern musste. Bei Monsieur Mueller war es auf jeden Fall eine positive Änderung. Ich weiß nicht, ob wir das sind, oder ob das eine typisch deutsche Verhaltensweise ist, zuerst mal kritisch jedem gegenüber zu sein. Frankreich hat uns da erzogen- dort wo wir kritisch waren, trafen wir oft offene freundliche Menschen. Genauso gab es aber auch umgekehrte Fälle- Menschen, denen wir gegenüber offen waren und die sich dann nicht als unsere Freunde entpuppten. Zu unserem Glück waren es nur wenige, bei denen sich die Wege wieder getrennt haben. Wenn man so im Confinement sitzt und darüber nachdenkt, dann freut man sich sehr über diejenigen, die es wirklich gut mit uns meinen, ehrlich zu uns sind und mit denen zusammen wir so gerne unsere Zeit verbringen. Es sind die einfachen Leute, die uns in unserem Quartier begegnen, die uns Freundlichkeit entgegenbringen und Freundschaft.

Durch das Fenster sehe ich Julies Auto, einen kleinen Peugeot deux-cent-six, vor ihrer Tür stehen. Vor ein paar Wochen war mein Auto kaputt. Ohne zu zögern drückte sie mir die Schlüssel ihres Autos in die Hand. Ich konnte es kaum fassen, sie vertraut mir ihr Auto an. Es war der erste Neuwagen ihres Lebens, sie brachte es nicht fertig ihn jemals zu verkaufen. Obwohl sie mittlerweile einen neuen Peugeot fährt, ist der 206 noch angemeldet bis die CT abläuft. Aber das spielt keine Rolle. Sie hat mir einen großen Freundschaftsdienst erwiesen, ohne von mir jemals danach gefragt worden zu sein. Das ist französisch, das ist unkompliziert, das ist Freundschaft. Wir denken an euch da draußen, an unsere Freunde- egal auf welcher Seite der Grenze. Bleibt gesund! Wir wünschen euch eine schöne Woche!

Tag 40 der Ausgangssperre

So viel Wert Franzosen auf Essen, Einrichtung, Klamotten und Geselligkeit legen, so ungewöhnlich ist ihr Verhältnis auch zum Auto. Beim Auto ist es so: jede Menge PS , klein und frech muss es sein und möglichst ein ganzes Leben lang halten. Ganz ehrlich, in der Beziehung passen wir wirklich gut hierher. Unsere Autos müssen uns von A nach B bringen, die Hunde befördern können und ansonsten einfach ruhig vor der Tür stehen. Wir haben das Glück, dass in unserer Straße das Prinzip der Gegenseitigkeit herrscht und deshalb unsere Autos immer wieder den Weg in die Garage unseres Nachbarn finden. Raphael ist ein wirklich guter Automechaniker und wenn er umgekehrt was zu basteln hat, dann hilft ihm Sascha.

Bei einem unserer Nachbarn bekommt der Begriff „Autoschieber“ wieder seine ursprüngliche Bedeutung. Er schiebt tatsächlich jeden Morgen und das seit etwa vier Monaten- sein Auto an. Nicht, dass jemand das Auto anschiebt und einer sitzt drin- nein, er ist von der flinken Sorte: Monsieur Martelle schiebt den leeren Peugeot 407 bei geöffneter Fahrertür durch unsere Straße bis zum kleinen Platz, an dem die abschüssigste Straße des Quartiers beginnt. Ist das Auto dann im Rollen springt er durch die geöffnete Fahrertür in das silberne Auto , lässt den zweiten Gang kommen und siehe da- das Auto springt an. Noch eine Runde um den Block und er fährt zu Arbeit. Wie oft hat ihm Raphael (er wohnt direkt neben ihm) schon Hilfe angeboten- er möchte keine. Manchmal ist jemand auf der Straße und sieht, dass er alleine das Auto schiebt. Klar hilft man dann. So wird die Anschieberei manchmal zur morgendlichen Gruppenveranstaltung, die Bragi und Klara von unserem Balkon aus verwundert beobachten.

Ich hatte mal mit 19 eine lustige Begegnung auf dem Autobahn Rastplatz in Waldmohr. Damals war eine Freundin mit mir unterwegs und wir haben einen VW Bulli, der eigentlich ein „Eismännchen“ war, angeschoben. Ich saß damals im Bulli- der der Eisverkäufer und meine Freundin schoben an, ich ließ jetzt den zweiten Gang kommen und dann sprang dieser Bulli auch wieder an. Die Belohnung war ein gigantisches Vanilleeis. Ich muss immer daran denken, wenn ich Monsieur Martelle und sein Auto sehe.

In unserer Straße ist jeder total Auto verrückt. Es gibt bis auf uns niemanden, der nicht mindestens drei Autos besitzt. Also KFZ-Steuer gibt es in Frankreich nicht und die Versicherung ist auch relativ günstig, außerdem braucht gefühlt jeder Franzose einen Lieferwagen. Wir haben uns da angepasst mit unserem alten Berlingo und unserem kleinen Ka. Der Berlingo stammt aus Deutschland, aber der Ka war schon immer ein kleines aggressives französisches Auto mit Vollausstattung von 2004. Sascha muss sich immer hineinfalten. Er wurde vorher von einer 83-jährigen Französin gefahren, die nach dem letzten Unfall beschlossen hatte, dass nun endlich Schluss sein müsste mit der Autofahrerei. Beim Verkauf war es ihr besonders wichtig zu sagen, dass der Ka sehr gut rennt.90 PS, von einer Französin eingefahren, der geht ab wie Schmidts Katz. Wirklich begehrt ist aber unser Berlingo. Zwei Straßen weiter wohnt ein Nachbar, der mir schon bestimmt fünf mal angeboten hat das Auto zu kaufen. Aber wir geben unseren Berlingo nicht her beziehungsweise nicht freiwillig. Vor ein paar Wochen begab es sich, dass zwei zwielichtige Gestalten den Berlingo stehlen wollten. Wir konnten das nach lauter Bellerei von Bragi verhindern. Als wir das unseren Nachbarn erzählten, kam heraus, dass die zwei Autodiebe zuvor bei Monsieur Martelle am Werk waren- aber das Anschieben war ihnen wohl zu viel.

Passt gut auf euch auf! Genießt den schönen Sonntag und bleibt gesund!

Tag 38 der Ausgangssperre

🇫🇷🇩🇪Jammern ist keine Option- wir entdecken die Möglichkeiten des Confinements. Vor etwa einem Jahr habe ich zum ersten Mal in unserer Tageszeitung über eine ganz besondere Farm in unserer Nähe gelesen. Die Idee schien mir gewagt, aber trotzdem äußerst interessant. Wir hatten vor mal nach Petit- Rederching zu fahren, aber wie das so war vor dem Confinement- wir hatten ja nie Zeit. Jetzt habe ich zufällig wieder eine Anzeige der „Bison Ranch“ ( Ranch des bisons) gesehen und darin gelesen, dass man Bisonfleisch in aller Art der Verarbeitung dort bestellen kann. Amerikanisches Bison aus ökologischer Landwirtschaft- kurzum alles „Bio“. Ich bestellte ein Probierpaket- ganz einfach per Facebook Messenger. Unsere Nachbarin Julie war von dem Gedanken auch begeistert und so bestellte ich gleich auch für ihre Familie ein Paket mit . Gestern wurden die Pakete dann geliefert. Als Sascha gestern Morgen mit Bragi raus wollte, stand da ein sehr freundlicher junger Mann vor der Tür „Pour le bison, Monsieur“. Er lieferte uns eine Portion Burger, also Patties, Bison Rillette, Bison Terrine,Bison Pâté, eine Salami und eine Portion Bison Bourguignon im Glas. Das war wirklich klasse- die Lieferung der Service alles wunderbar. Bezahlt habe ich mit Karte, ich musste also nicht extra zum Geldautomaten- in Zeiten des Confinements bin ich über jeden Weg, den ich vermeiden kann, froh.. Wir haben uns natürlich direkt über das Bison Bourguignon hergemacht und dann noch die Terrine probiert . Ich kann euch sagen es schmeckt vorzüglich.

Zu unserer Freude kam dann noch ein zweites Paket an. Am Sonntag haben wir uns auf das Abenteuer eingelassen bei unserer Lieblingsbäckerei in Deutschland, der Bäckerei Ackermann ( Dorfbäckerei Ackermann)in Bliesmengen Bolchen Brot zu bestellen und natürlich einen Kuchen. Wir waren etwas besorgt, was die Lieferzeit anging, aber die angekündigte Standardlieferung per UPS ließ uns dann schließlich doch bestellen. Was uns natürlich eigentlich antrieb war der Gedanke an ein gutes Vollkornbrot. Es ist wie immer, man möchte immer das haben, was man gerade nicht haben kann. Die Ackermänner haben ihre Ware perfekt eingepackt- alles war wirklich frisch und der Kuchen war gleich angeschnitten. 
Sascha war natürlich morgens schon wieder in unserer QuartierBäckerei gewesen und hatte uns kleine KuchenTeilchen besorgt- das ist ganz heiße Ware aus unser StammBäckerei. In Confinement Zeiten sind die Teilchen wie das Highlight des Tages. Das Confinement maßregelt uns zwar erheblich, aber wir genießen die Spezialitäten unserer Region und freuen uns darauf, sie nach dem Confinement wieder mit euch zu teilen. Natürlich nicht die heiße Ware, aber Baguette dürft ihr gerne wieder hier kaufen und zum Bisonzüchter dürft ihr auch gerne fahren. Da kann man nämlich in tollen Hütten übernachten, grillen, essen und einfach den lieben Gott einen guten Mann sein lassen. Das Einzige was mir immer noch fehlt sind die ZitronenKekse und die Welt außerhalb unserer 1 km KomfortZone. Also denkt an mich, wenn ihr Kekse esst. Aber die Rettung naht- wie ich gehört habe, sind erste Hilfslieferungen schon zu uns unterwegs! 

Bleibt gesund!

Tag 37 der Ausgangssperre

Ob Baguette maison, Baguette ancienne oder einfach nur ein Baguette bienfait  -um das Nationalheiligtum der Franzosen ranken sich auch in unserem Quartier lustige Geschichten. Natürlich gibt es neben dem Baguette, dem Rotwein und dem Eiffelturm noch andere nationale Symbole, aber das Baguette- seine Bedeutung kann nicht überschätzt werden.

Ihr könnt euch sicher denken, dass wir nicht die einzigen Deutschen hier im Quartier sind. Es ist so, dass wir etwa zehn deutsche Familien hier oben auf unserem blauen Berg haben. Eine davon ist die von Christian. Er kommt aus Hamburg und ist wie Sascha Grenzgänger. Er arbeitet bei ZF in Saarbrücken. Genau wie wir alle ist er vom Confinement betroffen.  Christian ist der französischen Sprache kaum mächtig, kann nur wenige Worte, hält es auch nicht für zwingend notwendig die Sprachkenntnisse auszubauen. „Immerhin reden hier sehr viele Leute mit uns deutsch“, sagt er immer, wenn ich ihn darauf anspreche. Seiner Meinung nach kommt man also auch ohne Französisch oder mit sehr wenig Französischkenntnissen durch’s Leben. Für uns sieht das anders aus. Französisch ist für uns die Grundlage dafür, hier zuhause zu sein. Klar ist das am Anfang nicht einfach, aber die Sprache des Gastlandes zu lernen ist für mich mehr als nur ein Gebot der Höflichkeit. 

Wenn Sascha morgens zur Bäckerei geht, dann trifft er Christian regelmäßig- so auch gestern. Ich weiß, dass Christians Frau gerne die Schneckennudeln aus dieser Bäckerei ist. Die junge Frau des Bäckers spricht kaum deutsch, also war Christian gezwungen eine Schneckennudel in französisch zu bestellen. (Ich hoffe ihr wisst alle was das ist, eine Hefeschnecke die mit Schokoladenpulver und manchmal auch mit Rosinen gefüllt ist). Voller Inbrunst und Selbstsicherheit gibt Christian die Bestellung auf. Was Christian aber nicht wusste, war die Tatsache, dass er keine Schnecke bestellt hat. Er steht an der Theke und bestellt Schnitzel. Die beiden Wörter ähneln sich: „Escargot“ für Schnecke und „Escalope“ für Schnitzel. Und Christian bestellt eben jeden Morgen ein Schnitzel für seine Frau. Die Bäckersfrau lächelt ihn immer freundlich an, sie korrigiert ihn nicht, sondern hält sich höflich zurück und gibt ihm die Schnecke.

Sascha erzählt mir das Ganze natürlich mit einem riesigen Grinsen auf dem Gesicht. Und dann fällt mir auf dass er mal wieder zwei Baguette gekauft hat. Ihr fragt euch jetzt warum kauft er immer zwei Baguette? Die Antwort liegt auch im Französischen begründet. Sascha kann sich seit Jahren einfach nicht merken, ob es „un“ oder „une“ Baguette heißt. So haben wir immer ein Baguette im Gefrierschrank – nur für den Fall, dass wir uns mal ein Schnitzel-Baguette machen wollen. 😉

Bleibt gesund! 

Tag 36 der Ausgangssperre

Vielleicht kennt ihr das auch. Wenn man nicht rauskann wie man will, dann entsteht ein unbändiges Bedürfnis nach draußen zu gehen. Wenn Irene in normalen Zeiten tagtäglich an unserem Haus vorbei joggt, bekomme ich manchmal ein richtig schlechtes Gewissen, weil ich so unsportlich bin. Sogar im Confinement joggt sie-  im Umkreis von 1km für ca. eine Stunde täglich. Immer die gleiche Runde um den Block. Irene ist 42 Jahre alt. Sie wohnt nicht in unserer direkten Nachbarschaft, aber in unmittelbarer Nähe. Unterhalb unserer Straße beginnt das Biberviertel, das Quartier Castor. Da wurden in den fünfziger und sechziger Jahren kleine Reihenhaussiedlungen in den Hang gebaut. Kleiner Garten, und meistens auch eine kleine Garage, in die wahrscheinlich immer nur ein kleiner Peugeot 504 passen sollte. Vor ein paar Jahren, ich war gerade mit unseren alten Rüden Rocky unterwegs, stolperte ich vor so einem süßen kleinen Haus und schürfte mir das Knie auf. Irene sah das von drinnen, kam sofort zu mir heraus und sah sich das ganze Malheur an. Sie half mir wieder auf die Beine. Seitdem kennen wir uns. Sie arbeitet als Krankenschwester im saargemünder Krankenhaus. Während diesen Corona Zeiten zählt ihr Beruf also zu den systemrelevanten Berufen. Ich finde den Ausdruck sehr technisch, man könnte auch sagen, sie gehört zu denen, die den Kranken hilft zu gesunde, ihnen hilft weiter zu leben und die Hinterbliebenen in den Arm nimmt. Sie ist also für viele Menschen lebensnotwendig. Wenn ich sie so ansehe- immer mit einem Lächeln im Gesicht- erinnert sich mich an jemanden, dem ich vor ein paar Jahren- als wir noch in Deutschland wohnten-  begegnet bin:

Viele von uns kennen die Geschichte vom hässlichen Entlein das zum schönen Schwan wird. Oft verhält es sich ähnlich mit Schülern die mit schlechten Noten zu mir kommen, dann doch ihren eigenen Weg finden und Erfolg haben. Die Noten sagen eben nichts darüber aus, welche „Art Mensch“ man ist. Eine der überraschendsten Entwicklungen machte eine junge Dame durch, die vor circa 16 Jahren das erste Mal mit mir lernte. Sie hatte wirklich keine Lust auf Schule- Mathe war ihr ein Graus. Wir haben viel miteinander gelernt, sie fasste immer mehr Mut und schaffte letzthin auch ihren Realschulabschluss. Danach ergriff sie den Beruf ihrer Träume. Sie wurde Krankenschwester. Ich bin über Facebook immer noch mit ihr verknüpft und bewundere sie für ihren Durchhaltewillen, den sie nicht nur bei ihren sportlichen Aktivitäten, bei ihren Gewichthebe-Aktionen oder anderen CrossFit Meisterleistungen zeigt. Am meisten bewundere ich Anna für Ihr Engagement in ihrem Beruf. Sie ist mittlerweile IntensivKrankenschwester in meinem Geburtskrankenhaus und leistet gerade jetzt unglaubliche Arbeit. Vielen Dank Anna!

Bleibt gesund da draußen! Reste en bonne sante!