Tag 23 der Ausgangssperre

Gestern Abend kam nun die Nachricht, auf die wir fast schon „gewartet“ haben- also „erwartet“ haben wir sie eher: Das Confinement, die Ausgangssperre, wird weiter verlängert. Die Nachricht ging durch die großen französischen Tageszeitungen und wurde vom ElyséePalast bestätigt. Macron wird am Montagabend zu uns sprechen. Ich bin mal gespannt wie lange das Confinement dieses Mal gilt und welche zusätzlichen Einschränkungen es geben wird. Ein paar davon wurden bereits veröffentlicht und sind schon in Kraft getreten: Eine neue Auflage für die Grenzpendler ist das verpflichtende Mitführen einer Attestation zum Grenzübertritt – die muss im Übrigen jeder Einreisende bei sich führen. Es gibt sie schon zum Download und liegt schon „ausfüllfertig“ auf meinem Schreibtisch. Die deutsche Seite nennt es „Passierschein“- ein Wort, das aus unserem Wortschatz und damit aus unserem Alltag im Jahr 2020 längst verschwunden schien…….Formular um Formular füllt sich die DokumentenMappe, die Sascha zum Grenzübertritt braucht. Aber im Moment ist er zuhause- wie so viele andere.

Zuhause ist trotz des Confinement einiges zu tun- nicht nur im HomeOffice. Wäre die Lage nicht so ernst, könnte man sagen: Endlich hat man mal Zeit. Der Hochdruckreiniger freut sich nach dem Winter wieder im Einsatz zu sein. Ich sitze im HomeOffice und höre wie ums Haus herum gewerkelt wird. Als ich in ner kurzen Pause nach draußen gehe, um nach meinem fleißigen Mann zu schauen, sehe ich über den Zaun. Auf der anderen Seite ist meine Nachbarin Julie ebenfalls mit dem Kärcher dabei die Terrasse zu reinigen. Sie grüßt „Salut“ herüber und ruft „Sascha hatte eine gute Idee mit dem Hochdruckreiniger! Ich mache einfach mit!“ Sie lacht. Die Kinder spielen im Garten. Etwas weiter unterhalb grüßt Madame Destin von ihrem Balkon, während sie die Wäsche aufhängt. Alles scheint normal. Leider ist es das nicht, wir leben im Confinement. 
Ich merke, dass wir uns immer mehr mit den Vorschriften und Regeln abfinden und unser Leben danach ausrichten. Das ist auf der einen Seite gut, weil es den Kopf entlastet aber auf der anderen Seite beängstigt es auch wieder. Von unserer kranken Nachbarin gibt es leider noch keine gute neue Nachricht. Wir hoffen weiter. Wie ich gestern schon geschrieben habe: Alles nicht so einfach….. Bleibt gesund hüben🇫🇷 wie drüben🇩🇪!

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